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Entfernung Roermond-Marktredwitz: 590 KM. Marktredwitz wurde im Jahr 1140 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt kann auf eine sehr lange Verbindung mit der ca. 20 km entfernten böhmischen Stadt Eger zurückblicken. Sie reicht bis in das Jahr 1340 zurück, als der Markt Redwitz vom Abt des Klosters Waldsassen an die Freie Reichsstadt Eger verkauft wurde.

Damit begann einer der bedeutsamen Abschnitte in der Geschichte des Ortes. Redwitz genoss als Egerer Territorium die Zollvorteile der Reichsstadt. Positiv für die Entwicklung von Redwitz wirkte sich auch die Lage an der alten, bereits 1061 erstmals erwähnten Handelsstraße von Nürnberg nach Eger aus, die auch das Entstehen von Handel und Gewerbe im Markt begünstigte. Um den reichsstädtischen Markt gegen das umliegende Gebiet der Brandenburg-Bayreuthischen Markgrafen zu sichern, wird Redwitz mit weitreichenden Selbstverwaltungsrechten ausgestattet. Im Jahr 1384 erhält der Markt von Eger Stadtrechte, Magistratsverfassung und ein Wappen.  Die Zugehörigkeit zu Eger dauerte bis 1816. Erst in diesem Jahr wurde das Amt Redwitz gegen die Stadt Vils in Tirol, mit der im September 1992 eine offizielle Städtepartnerschaft abgeschlossen wurde, getauscht. So kam Marktredwitz zum Königreich Bayern.

Für Redwitz, wie der Ort genannt wurde bedeutete der Wechsel zu Bayern zunächst den Verlust aller angestammten Bindungen und Vorteile sowie eine extreme Randlage innerhalb Bayerns. Handel, Gewerbe und Industrie stagnierten. Diesen Zustand veränderte erst die Eisenbahn, die um 1875 durch eine günstige Trassenführung den Markt an die wichtigsten Verkehrslinien anschloss. 1907 wurde Redwitz zur Stadt erhoben, der über Jahrhunderte hinweg geführte „Markt“-Titel wurde Bestandteil des Ortsnamens. 1919 erhielt Marktredwitz die Kreisfreiheit. Ein weiterer Aufschwung führte zur Errichtung neuer öffentlicher Bauwerke, von denen vor allem die Sozialeinrichtungen, wie das städtische Krankenhaus, das städtische Altersheim und zahlreiche, zum Teil von Unternehmerseite initiierte Wohnbauten erwähnenswert sind.

Durch die Gebietsreform im Jahr 1972 wurde Marktredwitz in den Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt. Bis 1978 erfolgte eine Erweiterung des Stadtgebietes durch die Eingemeindung von sieben bis dahin eigenständiger Gemeinden sowie einiger Gemeindeteile.

Marktredwitz entwickelte sich zu einer Industrie- und Handelsstadt mit knapp 18.000 Einwohnern und ist damit die größte Stadt im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge. Marktredwitz ist mit der benachbarten Stadt Wunsiedel als mögliches Oberzentrum im Bayerischen Landesentwicklungsprogramm eingestuft. In Marktredwitz sind rund 160 Betriebe des produzierenden Gewerbes angesiedelt. Mehr als 30 davon sind der Industrie zuzurechnen. Die industrielle Produktpalette reicht von technischen Federn, technischer Keramik, Getriebe- und Elektromotoren, Feuerfestprodukten, Maschinen- und Werkzeugbau, Verputzsystemen für Gebäude und Bausanierung, Informationstechnologie bis hin zur Spirituosenherstellung. Eine Besonderheit ist die einzige in Bayern noch bestehende Gobelinmanufaktur. Namhafte im High-Tech-Bereich führende Unternehmen der Investitionsgüterindustrie setzen auf die bereits vorhandene leistungsfähige Infrastruktur für Mensch und Unternehmen.

Bekannt wurde Marktredwitz auch durch die einmalige Lösung des größten Altlastenfalls in Bayern. Nach der Sanierung stellt dieses Areal eine bedeutende Entwicklungsfläche für die Stadt dar. Neben großzügigen Gewerbeflächen ist die Dienststelle des Bayerischen Landesamtes für Umwelt auf diesem Gelände angesiedelt. Langjährige Bemühungen der Stadt gingen damit in Erfüllung. Hochqualifizierte Arbeitsplätze sind hier entstanden.

Der Handels- und Dienstleistungskomplex mit dem Kösseine-Einkaufs-Centrum „KEC“ sowie für das Parkhaus wurden 1999 eingeweiht. 30 Geschäfte und Dienstleistungsanbieter, attraktive Räume für die Dienststelle des Bayerischen Landesamtes für Umwelt sowie ein Parkdeck mit über 800 kostenlosen Stellplätzen sind hier innenstadtnah entstanden. Im Jahr 2001 wurde schließlich ein Kino-Zentrum mit 5 Sälen in THX-Ausstattung und Bistro eröffnet.

Für neue Impulse in der Wirtschaft sorgt das Ost-West-Kompetenzzentrum, im Industriegebiet „Rathaushütte“ in unmittelbarer Nähe zur A 93 in Marktredwitz, das am 06.09.2001 in Anwesenheit von Staatsminister Dr. Werner Schnappauf und dem tschechischen Generalkonsul Milan Beranek eröffnet wurde. Hier werden Dienstleistungen für Unternehmen aus Deutschland angeboten, die sich für wirtschaftliche Aktivitäten im nahen Tschechien und dem übrigen Ostblock interessieren. Auch tschechische Unternehmen mit Interesse am Standort Deutschland sind dort schon eingezogen. Außerdem werden dort Sprechstunden der Handwerkskammer Oberfranken, Bayreuth, und der Industrie- und Handelskammer, Bayreuth, für grenzüberschreitende Fragen angeboten.

Marktredwitz gilt in der Region als attraktive und kundenfreundliche Einkaufsstadt. Das breitgefächerte Angebot des Einzelhandels trägt hierzu ebenso bei, wie die zahlreichen Märkte, angefangen von den vier Jahrmärkten mit verkaufsoffenem Sonntag der Marktredwitzer Geschäfte, bis zum traditionellen Weihnachtsmarkt sowie den Wochen- und Flohmärkten.

Der Fremdenverkehr ist auch für Marktredwitz von bemerkenswerter Bedeutung. Mit rund 500 Gästebetten in Hotels, Gasthöfen, Ferienwohnungen oder auf dem Bauernhof bietet die Stadt Unterkunftsmöglichkeiten für jeden Geschmack. Auch für Tagungen stehen viele geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung. Marktredwitz ist idealer Ausgangspunkt für Fahrten und Wanderungen in das Fichtelgebirge und den Steinwald und natürlich in das benachbarte Böhmen mit seiner reizvollen Landschaft und seinen weltbekannten Kurbädern, von denen zu den bedeutsamsten und bekanntesten Karlsbad, Marienbad und Franzensbad zählen.

Für Wanderer und Radfahrer bieten der im Rahmen der Grenzüberschreitenden Gartenschau Marktredwitz-Eger 2006 entstandene Wallenstein Radwanderweg und der Premiumwanderweg „Goldsteig“, der in Marktredwitz beginnt und in zwei Varianten bis Passau führt, zahlreiche Möglichkeiten für Touren und Ausflüge.

Besonderes Interesse bei Einheimischen und Gästen aus nah und fern findet der alljährlich vom 26. Dezember bis zum 6. Januar stattfindende Marktredwitzer Krippenweg. Die Krippenbesitzer laden hier in ihre Wohnungen und Häuser ein, in denen sich die Besucher die mit viel Engagement und Phantasie aufgebauten sog. Marktredwitzer Landschaftskrippen anschauen können. Wie der Name schon vermuten lässt, zeigen die im Regelfall mehrere Quadratmeter großen Exponate neben der Geburt Christi ganze Gebirgspanoramen mit unzähligen Figuren und Gebäuden.

Besondere Highlights im Festkalender der Stadt sind das alljährlich an sechs Tagen stattfindende Volks- und Schützenfest und das Marktredwitzer Altstadtfest.

Mit Grund- und Hauptschulen, Realschule, Gymnasium und seit kurzem auch einer Fachoberschule, Berufsschule und verschiedenen Berufsfachschulen ist Marktredwitz zentraler Schulort nicht nur für Marktredwitzer, sondern auch für Schülerinnen und Schüler aus großen Teilen der Landkreise Wunsiedel und Tirschenreuth. Wir versuchen das Bildungsangebot für unsere jungen Leute ständig zu verbessern und zu erweitern. Derzeit bemühen wir uns intensiv darum, eine Hochschuleinrichtung in unserer Stadt anzusiedeln. Dies wäre für Marktredwitz und die Region eine wichtige strukturpolitische Weichenstellung.

Die Klinikum Fichtelgebirge gGmbH gewährleistet als öffentlich-rechtlicher Klinikverbund mit zwei dezentralen Häusern in Marktredwitz (305 Planbetten) und Selb (150 Planbetten) die medizinische Schwerpunktversorgung (Stufe 3) für die nordöstlichste Region Bayerns. Alleiniger Gesellschafter ist der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge. Als „das“ regionale Gesundheitszentrum bietet das Klinikum Fichtelgebirge mit sechs qualifizierten Hauptfachabteilungen (Chirurgie, Gefäßchirurgie, Unfall- und Handchirurgie, Radiologie mit hochmoderner Computertomographie, nuklearmedizinische Diagnostik, Frauenklinik mit Gynäkologie, Geburtshilfe und Brustzentrum, Innere Medizin mit Lymphologie und Pneumologie, Urologie und Kinderurologie, Anästhesie und Intensivmedizin) ein vielfältiges Spektrum an medizinischer Versorgung auf modernstem Niveau. Das Haus Marktredwitz nimmt gerade den letzten von vier Bauabschnitten einer ebenfalls umfangreichen Sanierung in Angriff, in deren Verlauf Ambulanzbereich, Notfallaufnahme, Eingangshalle, Bettenhaus sowie Verwaltungs- und Technikbereiche renoviert beziehungsweise neu gebaut wurden. Mit über 900 Mitarbeitern gehört das Klinikum zu den größten Arbeitgebern im Landkreis Wunsiedel, ebenso zu den bedeutendsten Ausbildungsbetrieben.

Unter europäischem Aspekt hat Marktredwitz eine ausgesprochen zentrale Lage. Geographisch äußerst günstig gelegen, stellt es den Schnittpunkt bedeutender Ost-West- und Nord-Süd-Verkehrsachsen im Bereich von Schiene und Straße dar. Marktredwitz ist ein gewichtiger Verkehrsknotenpunkt in Nordbayern.

Der Wirtschaftsstandort Marktredwitz liegt im Zentrum zwischen der Bundeshauptstadt Berlin im Norden und der bayerischen Landeshauptstadt München im Süden. Durch die Fertigstellung der Bundesautobahn A 93 sind diese Städte von Marktredwitz aus über eine leistungsfähige Verkehrsanbindung problemlos und schnell erreichbar. Diese gute Verkehrsanbindung ist eine wesentliche Voraussetzung für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Marktredwitz ist mit drei Zu- und Abfahrten an die A 93 angeschlossen, wobei durch den Direktanschluss des Industriegebietes Rathaushütte der Industriestandort Marktredwitz nochmals an Bedeutung gewinnt.

Im Schienenbereich bietet der Bahnhof Marktredwitz als zentraler Umsteigebahnhof eine Anbindung an überregionale Fernverkehrsverbindungen.

Situation des Schienenverkehrs:

  • Bahnfernverkehrsverbindung Nürnberg - Marktredwitz – Prag. Hier kämpfen wir um die Beibehaltung, den Ausbau und die Elektrifizierung.
  • Bahnfernverkehrsverbindung München - Regensburg - Marktredwitz - Hof - Dresden/Leipzig (ehemals IR-Linie 25)
    Hier bemühen wir uns um die Anbindung des Flughafens München.
  • Bahnfernverkehrsverbindung Nürnberg - Marktredwitz – Dresden, die durch die teilweise Umleitung über Bayreuth leider abgewertet wurde.
  • Haltestelle des EgroNet bzw. der Vogtlandbahn in Nord-Süd- sowie in West-Ost-Richtung
  • Haltestelle der DB-Regio in Nordostbayern

Im zweijährigen Turnus treffen sich in Marktredwitz tausende heimatvertriebene Egerländer, die die Stadt liebevoll als „ihre Hauptstadt“ bezeichnen. Als Stätte der Begegnung und der kulturellen Verständigung hat das Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz seit Wegfall des Eisernen Vorhangs eine neue Aufgabe erhalten. Um dieser Funktion optimal gerecht werden zu können, waren umfangreiche Um- und Erweiterungsbauten notwendig. Bereits 1997 konnte der Erweiterungsbau mit einem neuen Veranstaltungssaal und einem Sonderausstellungsraum eingeweiht werden. Im Rahmen des Egerlandtages 1999 wurde die Egerländer Kunstgalerie eröffnet, im April 2000 folgte das Egerland-Museum in dem auch eine eigene stadtgeschichtliche Abteilung vorhanden ist.

Seit September 1991 ist im Egerland-Kulturhaus auch die Geschäftsstelle der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V. untergebracht. Diese „Europäische Region“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im bayerisch-sächsisch-thüringisch-böhmischen Grenzraum mit neuem Leben zu erfüllen und Kontakte auf allen Ebenen, vor allem aber zwischen den Menschen dieser Region zu knüpfen. So gewinnt Marktredwitz auch als Ort der Begegnung und der Kontakte über die Grenzen hinweg eine neue Dimension. Dies hat sich insbesondere durch den Prozess der Erweiterung der Europäischen Union ganz besonders gezeigt.

Grenzüberschreitende Gartenschau Marktredwitz – Cheb/Eger 2006
Bisher spektakulärstes Projekt grenzüberschreitender Zusammenarbeit war die „Grenzenlose Gartenschau 2006“, die zusammen mit Cheb/Eger in Tschechien durchgeführt wurde. Sie war mit über 500.000 Besuchern ein großer Erfolg und sorgte  nicht nur in der Stadt Marktredwitz, sondern in der gesamten Region für neue Impulse.

Städtepartnerschaften bestehen mit:

  • Roermond, Niederlande
  • La Mure, Frankreich
  • Vils, Österreich
  • Castelfranco Emilia, Italien,

Gute Kontakte pflegen wir zu den Städten:

  • Bassano del Grappa, Italien
  • Eger, Tschechische Republik
  • Chichester, England

Europäische Auszeichnungen:

  • Europadiplom des Europarates, 1993
  • Ehrenfahne des Europarates, 1995
  • Ehrenplakette des Europarates, 2000

Website Marktredwitz: www.marktredwitz.de